Gewerkschaften protestieren vor Gesundheitsministerium gegen drohendes „Ausbrennen des Gesundheitswesens“

Neue Berechnungen zeigen: Zahl der offenen Stellen und gesperrten Spitalsbetten seit Mai nochmals deutlich gestiegen

Wien. (OTS) - Mit einer überdimensionalen Streichholzschachtel als Symbol für das drohende „Ausbrennen des Gesundheitswesens“ protestierten die Gewerkschaften aller Bundes-, Landes- und Gemeindebediensteten im Gesundheitsbereich, GÖD-Gesundheitsgewerkschaft und younion – Team Gesundheit, am Freitag vor dem Gesundheitsministerium. Sie forderten den Gesundheitsminister auf, endlich wirksame Maßnahmen gegen den Personalmangel einzuleiten und betonten abermals die Notwendigkeit eines bundesweiten Gesundheitsgipfels.

Dabei präsentierten die Gewerkschaften neue Berechnungen zur wachsenden Personallücke im Gesundheitsbereich. Bundesweit fehlen in den Landes-, Gemeinde- und Bezirkskliniken insgesamt 3.369 Pflegekräfte, was einem Anstieg um 19,2 Prozent im Vergleich zum Mai dieses Jahres entspricht. Bei den Ärztinnen und Ärzten sind aktuell 986 Stellen unbesetzt. Dementsprechend mussten auch mehr Spitalsbetten gesperrt werden, die Zahl wuchs seit Mai – also in weniger als einem halben Jahr – um 24 Prozent auf 3.442 Betten.

 

Martin: „Sehen uns zu Protestaktion gezwungen“

„Diese Zahlen zeigen den dringenden Handlungsbedarf. Lösungen wie unser Fünf-Punkte-Plan [siehe OTS OTS0056 vom 9. August 2023] liegen auf dem Tisch, doch die politisch Verantwortlichen ignorieren alle Warnzeichen. Darum sehen wir uns zu dieser Protestaktion gezwungen“, so Edgar Martin, Vorsitzender der younion – Team Gesundheit.

Reinhard Waldhör, Vorsitzender der GÖD-Gesundheitsgewerkschaft, fügt hinzu: „Die Zeit der Ausreden ist vorbei. Die Beschäftigten im Gesundheitswesen sind am Ende und viele sehen keinen anderen Ausweg mehr, als ihren Beruf zu verlassen. Um diese Dynamik noch einzufangen, braucht es bundesweit abgestimmte Gegenmaßnahmen auf allen Ebenen. Schon allein deshalb muss endlich einen nationaler Gesundheitsgipfel einberufen werden.“